Sonntag 16-18 Uhr

Sonntag 16-18 Uhr

Workshop: Sichtbarkeit als politische Praxis

2014 forschte ich zu Sichtbarkeit als politische Praxis am Beispiel der HAW (Homosexuellen Aktion Westberlin) Frauengruppe und ihrer WDR-Dokumentation „Und wir nehmen uns unser Recht“.
Meine Arbeit mit Protokollen und Fokusgruppengesprächen bietet eine Untersuchung politischer Praxen und lesbischer Sichtbarkeit in den 1970er Jahren und verbindet diese mit Diskursen zu Ambivalenzen der Sichtbarkeit. Zudem versuchte ich eine Rückkopplung des Materials an jüngere Lesben/Queers und deren Auseinandersetzung mit historischen Lesbenbewegungen, deren Kämpfe, Forderungen und Herausforderungen.
Für den Workshop werde ich noch einen kleinen Überblick über lesbische Sichtbarkeit in Film/TV/Internet und deren Entwicklung seit 1975 ergänzen.
Referentin: Katrin Wagner

Folge Deinem weiblichen Begehren! Ein Einblick in die systemische Naturtherapie

Systemische Naturtherapie steht für eine Beratungs- und Begleitungsform, die den zeitweisen Rückzug in die Natur, das Leben draußen sowie die unmittelbare Naturerfahrung schätzt als wirksame Basis für grundlegende Lösungen, Entwicklungsimpulse und heilsame Bewegungen sowie als Lernraum für systemische Bezüge. Den Teilnehmerinnen werden dabei Expertinnenschaft für sich selbst, Ressourcen sowie Selbstverantwortung zugetraut. Eigentlich liegt das Wissen um den nächsten guten Schritt bei uns, aber manchmal sind Ruhe, Zeit und Konzentrierung nötig, um ein solches Wissen sichtbar werden zu lassen und das eigene weibliche Begehren wieder-zu- ent-decken!

Auf dem LFT möchte ich Euch einen Einblick geben in die Arbeitsweise und die vielfältigen Methoden und Möglichkeiten der Systemischen Naturtherapie. Da der Workshop im Freien stattfindet, bringt wetterfeste Kleidung mit und ev. ein Kissen oder Matte als Sitzunterlage.

Referentin: Angela Priegnitz systemische Naturtherapeutin, Ergotherapeutin, Ex-Orga GöttinGen

Lesben im Visier der Staatssicherheit

Vortrag mit anschließendem Gespräch
Der Vortrag von Barbara Wallbraun beschäftigt sich mit dem Themenkomplex der Überwachung und Verfolgung von Lesben durch die Staatssicherheit der DDR.
Nach einer kurzen Einführung in die Arbeit der Staatssicherheit, wird u. a. erläutert: Wie warb die Stasi Informant_innen an, infiltrierte Treffen und welche Maßnahmen entwickelte und nutzte sie, um die als „feindlich-oppositionell“ eingestuften Personen und Gruppierungen in homosexuellen Kreisen in ihrer Entwicklung zu sabotieren?

Anhand signifikanter Aktenbeispiele rekonstruiert Barbara Wallbraun warum sich Inoffizielle Mitarbeiter_innen (IM) verpflichtet und aus der Privatsphäre von Homosexuellen berichtet haben. Es wird erläutert wie staatlich angeordnete Überwachungsmaßnahmen systematisch entwickelt wurden und welche Konsequenzen die Verfolgung für homosexuelle Personen haben konnte.
Referentin: Barbara Wallbraun, Leipziger Kulturpädagogin und Filmemacherin, arbeitet seit sechs Jahren an einem Dokumentarfilm über „Lesbisches L(i)eben in der DDR“. Im Zuge ihrer Recherchen sichtete sie tausende Seiten Aktenmaterial der Staatssicherheit und führte zahlreiche Gespräche mit Zeitzeug_innen. Herausgekommen ist ein dichtes Szenario zur Arbeit der Stasi in diesem besonderen Bereich.

Referentin: Barbara Wallbraun

Workshop für Stammtischkämpferinnen

Das Netzwerk „Lesben gegen Rechts“ ist aktiv auf der Straße, bietet aber auch ein Forum für Lesben, die sich auseinandersetzen wollen, über politische und individuelle Strategien gegen Rechts. Deswegen bieten wir Euch in diesem Workshop die Möglichkeit Sprachlosigkeiten zu überwinden. Aufstehen gegen Rassismus hat das tolle Training „Stammtischkämpferinnen“ gegen dumme Sprüche und rechte Behauptungen entwickelt.

Darauf aufbauend wollen wir uns sprachlosen, wutmachenden Gesprächssituationen erinnern und spielerisch Gegenreden und eigene Gesprächsstrategien entwickeln.
Referentinnen: Bea Trampenau und N.N.

Vortrag: Wie sexuell ist das denn? Dialog weiblicher Sexualitäten

Sexualität ist ein komplexes Thema mit persönlichen, intimen Erfahrungen und vielfältigen kulturellen Aspekten. Jede Gesellschaft hat ihre Werte, Normen und Wertvorstellungen über Sexualität und sexuelle Rollen. Unser dialogischer Vortrag befasst sich im Wesentlichen mit:

  • den individuellen und gesellschaftlichen Einflussfaktoren auf die Entwicklung der „weiblichen“ Sexualität
  • den Auswirkungen sexualisierter Gewalterfahrungen auf das Verständnis und die sexuelle Entwicklung von Mädchen und Frauen
  • den Entwicklungslinien für die Vielfalt sexueller Identitäten und Selbstverständnisse von Frauen.

Referentinnen:
Carola Spiekermann, Psychologische (Körper-)Psychotherapeutin und Supervisorin
Astrid Peter, Germanistin M.A. und Sozialtherapeutin
www.aufBegehren.com

Perspektivwerkstatt: Wie schaffen wir mehr lesbische internationale Solidarität?

Berichtet wird von aktuellen Projekten: Partnerschaftsprojekt zwischen zivilgesellschaftlichen lesbischen Gruppen in NRW und Namibia, Simbabwe, Botswana und Sambia; European Lesbian* Conference; LGBTI-Flüchtlingsprojekte; Städtepartnerschaften.

Wir freuen uns, wenn Teilnehmerinnen weitere Erfahrungen über internationale Begegnungen und Solidarität einbringen! Wir diskutieren gemeinsam, wie postkoloniale lesbische Solidarität und konkrete Schritte dahin aussehen können. Wie lernen wir voneinander und verändern uns?

Leitung: Cornelia Sperling, Ichraf Outhit, Lesben aus Sambia
Moderatorin: Birgit F. Unger, Unternehmerin und Coach DGfC

Wir haben heute alle Freiheiten. Warum nehmen wir sie uns nicht?

In dem Vortrag (mit aktiven Mitmachelementen) möchte ich die Frauen* dazu anregen, über die eigene Freiheit(en) zu reflektieren. Wir Frauen haben hier und heute rein rechtlich gesehen alle Möglichkeiten. Dennoch nehmen wir uns sie nicht. Wir wählen überwiegend einen der ca. zehn typischen Frauenberufe. Wir führen Beziehungen, die eher von Unsicherheiten und Ängsten geprägt sind als von Freiheit. Wir trauen uns nicht zu sagen, was wir wollen – und was nicht. Oder wir wissen gar nicht erst, was wir (nicht) wollen.

Warum ist das so? Vor allem aus zwei Gründen:

  • Prägungen, auch der Vorgängergenerationen (wie die Biogenetik inzwischen beweist)
  • Ängste

Meiner Beobachtung nach besteht – in der gesamten Gesellschaft – noch viel zu wenig Bewusstheit und Bewusstsein über diese Zusammenhänge. Wir leben in einer totalen, um nicht zu sagen totalitären Angstgesellschaft, die uns vor allem eins macht: unfrei. Wie können wir frei werden? Der erste Schritt dahin ist Bewusstheit über diese gesamtgesellschaftlichen Vorgänge. Dann kann Selbstreflektion folgen. Nur wer weiß, was er*sie will, kann wirklich frei wählen und sein.

Referentin: Inga Beißwänger

Nieder mit den Identitätskonstruktionen!

Die Konstruktion von Geschlechtsidentität beginnt mit der Geburt und der Zuteilung durch Mediziner_innen und Eltern. Aus Körpern werden Funktionen abgeleitet und schließlich geschlechtliche Rollen. Kim Schicklang begründet als Erfahrungsexpertin, warum sie von „Transsexualität“ spricht, wenn sie körperliche Variationen meint und warum die Vorstellung von „Geschlechtsumwandlungen“ und „Geschlechtsidentitäten“ für sie anti-emanzipativ sind.

Referentin: Kim Schicklang aus Stuttgart

Mütter und Sorgerecht. Lesben, denen ihre Kinder weggenommen wurden

Musstest du mit der Drohung leben, dass dir dein Kind weggenommen wird, weil du lesbisch lebst? Oder wurden dir deine Kinder genommen, weil eine lesbische Mutter angeblich schlecht für das Kindeswohl war? Hast du zähneknirschend ungünstige Vereinbarungen mit dem Vater deiner Kinder getroffen, um die Kinder behalten zu können? Oder kennst du dies alles aus deiner WG, von Freundinnen, beruflich …?
Wir möchten diese Geschichten hören und sammeln. Selbstverständlich kannst du anonym bleiben. Es ist Zeit, dass dieses Unrecht öffentlich wird.
Referentinnen: Kirsten Plötz

PorYes – Feministische Pornos für Lesben

Was zeichnet Feministische Pornos aus und wie wollen wir sehen und gesehen werden? In der Frauenbewegung gab es schon immer einen Flügel, der sich freudenaktivistisch für eine andere Pornografie eingesetzt hat, aber der PorNo-Aufmerksamkeit entbehrte. überblick über die PorYes-Bewegung und ihre Auswirkungen bis heute, Filmausschnitte und Diskussion mit der Initiatorin des Poryes-Awards, des Feministischen Pornofilmpreis Europa.

Referentin: Laura Meritt

Vulva-/Mösen-Ritual

Wir laden Euch ein zum Entdecken eurer Weiblichkeit!
Wir werden gemeinsam unsere geliebte Vulva feiern und ehren! Begleitet von den Elementen und unsichtbaren Kräften erinnern wir uns unserer Einzigartigkeit und stärken uns für die Zukunft.

Leiterinnen: Lena Valentinovna Luschnikova und Rosi Luschnikova-Strömsdörfer

Vortrag: Lesbische Identitätsentwicklung im Lebenslauf. Persönliche Erfahrungen und identitätspolitische Konsequenzen

„Identität“ heißt, mit sich selbst eins zu sein, „lesbische Identität“ meint demnach, sich als Lesbe zu verstehen und soweit wie möglich zu akzeptieren.

In diesem Sinne bin ich noch nicht einmal 40 Jahre mit mir „eins“, obwohl ich mich im Scherz und doch auch ernsthaft als „Von-der-Wiege-bis-zur-Bahre-Lesbe“ bezeichne. Diesen Widerspruch versuche ich im Laufe des Vortrags aufzulösen.

Für mein psychisches und politisches Coming-out und die Entwicklung meiner lesbischen Identität waren der Wechsel vom „Dritten Reich“ zur Bundesrepublik, mein Engagement in den sozialen Bewegungen der endsechziger und siebziger Jahre sowie meine psychoanalytische Selbsterkundung von entscheidender Bedeutung.

Da „Identität“ im Sinne von Selbstverständnis nicht stillsteht, sondern sich mit den ökonomischen, sozialen und politischen Veränderungen mitverändert, hat sich auch mein Selbstverständnis als Lesbe immer wieder verändert. Bei allem Wechsel ist eins jedoch konstant geblieben: Ich bin und bleibe eine Lesbe.

Referentin: Lising Pagenstecher

Offenes Meeting: Anonyme Alkoholikerinnen. Offenes Treffen für Betroffene und Interesssierte

Das lesbisch-schwule AA-Gruppentreffen besteht seit fast 30 Jahren und trifft sich jeden Donnerstag in der Alten Feuerwache in Köln. Wir Frauen dieser AA-Gruppe möchten zum L*FT ein offenes Meeting anbieten.

In diesem offenen Meeting können außer Alkoholikerinnen und Familienangehörigen auch Freundinnen, Verwandte oder sonst Interessierte teilnehmen. Der Ablauf des Treffens unterscheidet sich im Allgemeinen nicht von dem des geschlossenen Meetings, die Gesprächsthemen und -inhalte liegen jedoch meist – durch die Teilnahme von NichtalkoholikerInnen – auf einer anderen Ebene.  Wir bitten nur darum, dass alle, die teilnehmen, sich auf die Probleme beschränken, die mit Alkohol zu tun haben.
Leiterinnen: Mo und Beate

Just Juggling. Anfänger*innen-Workshop Jonglage

Du wolltest schon immer jonglieren, hast aber entweder keine Zeit oder keinen richtigen Pack-an gefunden? Und überhaupt, WAS kann frau* alles jonglieren?

Dieser Schnupperworkshop bietet einen Überblick über die verschiedenen Jonglage-Techniken (Tücher, Bälle, Keulen, Teller, Diabolo, Devilstick, Pois, Stab). Inhaltlich bestimmen die Teilnehmenden mit, ob und bei welcher Technik Schwerpunkte gesetzt werden …
Hauptsache, es macht Spaß!

Referentin: Nicki Sylvia Eichelmann, Dipl. Sozialpädagogin mit der Zusatzqualifikation Zirkuspädagogin

Lesung: Roman „Auf die lesbische Liebe“

Die in Berlin lebende freie Schriftstellerin sara reichelt liest aus ihrem Roman „Auf die lesbische Liebe“ (2018).

Das Buch erzählt die Erlebnisse der Ich-Erzählerin Katharina mit ihrer neuen Freundin Stephanie. Es läuft gut zwischen beiden, abgesehen davon, dass Stephanie keine Lust auf Sex hat. Deshalb flüchtet sich Katharina immer mehr in erotische Fantasien von Frauen aus ihrer Vergangenheit, ganz besonders von ihrer letzten Partnerin.

Nach der Buchvorstellung ist Zeit für Fragen und eine Diskussion über das Buch.
Autorin: sara reichelt

‚Gender‘ aus radikalfeministischer Perspektive

Die Begriffe „Gender“ und „Geschlecht“ werden häufig synonym verwendet – aber bedeuten sie auch das gleiche? Was meint eigentlich die Aussage „Gender ist ein soziales Konstrukt“? Wem nützt es tatsächlich, wenn wir im feministischen Diskurs nicht mehr über geschlechterbasierte Unterdrückungsmechanismen sprechen?

Aus radikalfeministischer Sicht ist Gender – im Sinne von gesellschaftlich zugewiesenen und mit Gewalt erzwungenen Geschlechterrollen – nicht nur ein binäres, sondern vor allem ein hierarchisches System, das durch die Verknüpfung von Männlichkeit mit Maskulinität und Weiblichkeit mit Femininität männliche Macht als „natürlich“ erscheinen lässt, erotisiert und Männerherrschaft dadurch institutionalisiert. „Gender“ erscheint aus dieser Perspektive nicht als Ursache der patriarchalen Ordnung und damit der Unterdrückung von Frauen, sondern als eines der Mittel zu dessen Aufrechterhaltung.

Wir wollen uns mit entsprechenden Konzepten und deren Zusammenhang mit patriarchaler Unterdrückung und unserer Befreiung als Frauen auseinandersetzen. Let’s talk about gender!

Referentinnen: Katerina Dakoura und Anne Ehrlich (LAZ reloaded)

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